Ahornboden – Der Berg ruft!

Ein seltenes Kleinod der Natur, das auch für Fotografen interessant ist, befindet sich im Alpenpark Karwendel unweit der deutsch-österreichischen Grenze. Der „Große Ahornboden“ gilt als Europas größtes zusammenhängendes Ahorn-Gebiet, das mit seinem herbstlichen Farbenspiel an den berühmten Indian Summer im Norden der USA und Kanada erinnert.

Karl H. Warkentin | Travelin’ Camera

Der Alpenpark Karwendel zählt mit seinen über 2.700 m hohen, imposanten Gebirgsmassiven für viele Bergwanderer zu den schönsten Regionen der Alpen. Auch der darin befindliche Große Ahornboden und die Eng-Alm machen da keine Ausnahme. Und was für Bergwanderer gilt, ist wie in diesem Fall auch für den Fotografen oft sehr reizvoll. Dort findet man auf einer Höhe von ca. 1.200 m vor landschaftlich einmalig schöner Kulisse bis zu 600 Jahre alte Bestände von Bergahornbäumen, die durch ihre knorrigen Formen ebenso attraktive Fotomotive sind, wie durch ihre herbstliche Farbenpracht, die man in Kanada und dem Norden der USA als den berühmten Indian Summer kennt.

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Eingerahmt von Sonnjoch (2.457 m), Lamsenspitze(2.508 m), Spritzkarspitze (2.605 m) und Gamsjoch (2.452 m) liegt der Große Ahornboden im Engtal, dass, von Hinterriß kommend, an das Rißtal anschließt und im Enger Grund vor der eindrucksvollen Dreizinkenspitze (2.602 m) und der Grubenkarspitze (2.661 m) an einer steil aufragenden Felswand endet. Alle Gipfel bilden natürlich eine hervorragende Kulisse für die uralten Ahorn-Bäume mit ihren knorrigen,  teils skurrilen Formen, die grauen, schroffen Felsen bilden einen dramatischen Kontrast zu den sanft geschwungenen, saftig grünen Almwiesen. Da sind bei passendem Wetter die Speicherkarten schneller voll, als man kucken kann.

Eine kleine Besonderheit viel mir im Engtal auf. Es gibt fast keine Verkehrsschilder und keinerlei Freileitungen und Masten für Strom- oder Telefonleitungen! Der Grund: die wenigen im Engtal ansässigen Familien leben nicht unwesentlich vom Tourismus und wollen unberührte Natur zeigen, daher haben sie gemeinsam durchgesetzt (und finanziert), dass all die vielen kleinen Dinge, die uns Fotografen in der Natur so oft stören, auf das mindeste reduziert bzw. im Boden vergraben worden sind. Das sollte ein Vorbild für viele deutsche Touristenorte sein …

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Am Ende des Engtals befindet sich der Alpengasthof Eng, in dem man gut wohnen und essen kann, die Aussischt der Zimmer auf das Alpenpanorama ist hervorragend. Wohnen und essen kann man auch im Almdorf Engalm, dort geht es etwas einfacher und preiswerter zu, die deftige Küche ist aber auch hier sehr schmackhaft. Im Almdorf Engalm gibt es auch einen Bauernladen, in dem man neben den üblichen Souvenirs auch Produkte aus der Region erwerben kann. Gleich nebenan gibt ist die kleine Käserei, in der der Bergkäse für den Laden produziert wird. Die große Panoramafensterscheibe erlaubt einen direkten Blick in die Käserei!

Verschiedene Wanderwege führen in die umliegende Bergwelt und zu verschiedenen Berghütten. Die kürzeste Tour führt zur Binsalm und der Binsalm-Hütte nicht weit entfernt vom Alpengasthof Eng, nur 300 m höher. Die etwa einstündige Wanderung dorthin bietet einige neue Perspektiven auf die umliegenden Berge und Almen, die Mühen werden, oben angekommen, in der Berghütte mit kühlen Getränken und leckeren Speisen belohnt.

Karl H. Warkentin | Travelin’ Camera

Die Anreise

Von Deutschland aus erreicht man das Engtal und den Großen Ahornboden von München kommend auf zwei Möglichkeiten. Man fährt auf der A8 Richtung Süden und verlässt die Autobahn an der Ausfahrt 97 in Holzkirchen und fährt auf der B13 über Bad Tölz und Lenggries bis zum Sylvensteinstausee und biegt dort nach rechts auf die B307 nach Vorderriß ab. Dort biegt man nach links auf eine kleine Landstraße ab, die nach Hinterriß führt. Kurz danach folgt eine Mautstelle (geöffnet von April bis Oktober), die damit finanzierte Privatstraße führt direkt ins Engtal.

Karl H. Warkentin | Travelin’ Camera

Die zweite Anreisemöglichkeit führt entweder auf der B11 oder der A95 von München aus Richtung Süden bis Penzberg, folgt weiter auf der B11 über Benediktbeurn und Kochel am See Richtung Wallgau. Am Ortseingang von Wallgau zweigt „Die Deutsche Alpenstraße“ nach links ab, diese Maut pflichtige Straße führt ebenfalls direkt Richtung Vorderriß, von dort geht‘s weiter, wie oben beschrieben.

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